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Das war wie ein Wunder

Geschichten aus der Chirurgieabteilung des Kinderkrankenhauses St. Damien

"Es war fast so, als ob er schwanger gewesen wäre", erzählt Joselaine während sie ihren vierjährigen Sohn in ihren Armen wiegt. ?Er hatte andauernd Bauchschmerzen und sein Bauch wurde immer größer und größer. Wir leben weit weg von Port-au-Prince in einem kleinen Ort der Lepal genannt wird, in der Provinz Petit-Goave. Es gibt bei uns in der Nähe kein Krankenhaus, aber die UNO führt eine kleine Klinik.?

 

Das Personal der UN-Klinik erkannte sofort, dass es sich um ein größeres Problem handelte, als sie lösen könnten. Edume, Joselaine´s Sohn hatte Krebs. In Haiti wird Krebs bei Kindern häufig nicht erkannt, und die Zahl der Fälle steigt außerhalb der Hauptstadt drastisch. Es wird geschätzt, dass jährlich ca. 500 Kinder in Haiti an Krebs erkranken und St. Damien ist das einzige Krankenhaus, das eine pädiatrische Onkologie besitzt.

 

"Ich bin eine arme Frau," erklärt Joselaine. Während reiche Haitianer oft die Möglichkeit haben, eine Behandlung in der Dominikanischen Republik oder in den USA zu erhalten, stehen in Armut lebenden Menschen diese Wege nicht offen. "Wo sollte ich das Geld für den Transport und die Gebühren für ein privates Krankenhaus hernehmen?" fragt Joselaine. "Das wäre für uns unmöglich."

 

Die UNO lösten das Transportproblem und brachten Joselaine und Edume persönlich nach St. Damien. Sobald sie in St. Damien's angekommen waren, wurde Edume von der Chef- Onkologin untersucht, die einen einen Wilms-Tumor diagnostizierte. Unverzüglich wurde Edna Benjamin, eine chirurgische Krankenschwester sowie der Leiter der chirurgischen Ambulanz in St. Damien beigezogen.

 

?Sie sagten mir, dass der Tumor mehr als sieben Kilo wog,? sagt Joselaine und immer noch erstaunt über das hohe Gewicht des Tumors wiederholt sie: ?Sieben Kilo! In einem Vierjährigen. Aber sie entfernten den Tumor. Ich fühlte mich wie im Himmel. Seit wir durch die Eingangstür traten, haben uns die Ärzte und Schwestern so gut behandelt. Ich musste meinen Mann mit meinen anderen drei Kindern in Petit Goave zurücklassen und ich war so verängstigt, dass ich mich ohne sie einsam fühlen würde. Doch das tat ich nicht.?

 

"Ich dachte immer Gesundheit wäre etwas für Leute mit Geld und dass man ohne die notwendigen Gourde (Währung in Haiti) nie in der Lage wäre, sich oder seine Kinder behandeln zu lassen. Aber dann kam ich hier her und obwohl ich aus einer armen Familie komme, kam mir jeder, den ich traf, liebevoll und hilfsbereit entgegen. Edume sieht nun so glücklich und ruhig aus, es fühlt sich an, als wäre ein Wunder geschehen.?

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