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„Das Kinderdorf ist wie eine kleine Stadt“

RTL-Moderatorin Miriam Lange ist nph-Botschafterin

Im Kinderdorf von nuestros pequeños hermanos (nph) in Honduras leben 558 Mädchen und Jungen. Viele von ihnen sind Waisen. Andere wurden von ihren Angehörigen verlassen, misshandelt oder missbraucht. Allen Kindern ist eines gemein: Im Kinderdorf von nph haben sie eine neue, liebevolle Familie gefunden, die ihnen Wärme und Geborgenheit schenkt und eine Zukunftsperspektive ermöglicht. Die RTL-Moderatorin Miriam Lange besuchte im Dezember 2010 das nph-Kinderdorf in Honduras, wohnte dort eine Woche lang und war beeindruckt vom quirligen Leben in diesem kleinen Mikrokosmos.
Strahlende Kinderaugen, neugierige Fragen und viel körperliche Nähe. Das fand Miriam Lange im Kinderdorf von nph honduras. Das Kinderdorf liegt in La Venta, einer Kleinstadt, rund eine Autostunde von der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa entfernt. Auf dem rund 900 Hektar großen Gelände befinden sich Wohnhäuser, Schulen, Lehrwerkstätten eine Krankenstation, ein Chirurgie-Zentrum und eine Farm. Das Areal bietet genügend Raum für die Kinder, so dass sie miteinander spielen und sich nach Herzenslust austoben können. Für Lange war es der erste Besuch eines Kinderdorfes. “Ich hatte mir immer vorgestellt, dass es in so einem Heim eng und kompakt zugeht. Aber das Kinderdorf in Honduras ist wie eine kleine Stadt“, zeigt sich die Moderatorin noch heute beeindruckt.


Im Babyhaus verliebte sich Miriam Lange

Besonders berührt hat Miriam Lange ihr Besuch im Babyhaus. Dort leben 49 Mädchen und Jungen im Alter von einem bis sieben Jahren. „Die Kinder sind sofort auf mich zugekommen, haben mich umarmt und in ihre Gemeinschaft aufgenommen“, sagt die 32-Jährige. Besonders angetan war sie von einem kleinen Mädchen mit niedlichem Gesichtsausdruck, das ihr aber zunächst etwas verschüchtert gegenübertrat. „In die Kleine habe ich mich sofort verliebt. Ich hätte sie am liebsten gleich mit nach Hause genommen.“ Weil Adoptionen bei nph nicht möglich sind, entschloss sie sich zur Übernahme einer Patenschaft für die kleine Eva (Name geändert). Das Mädchen hat eine berührende Lebensgeschichte: Die Mutter litt an einer chronischen Krankheit und vernachlässigte ihre Tochter zunehmend. Schließlich wurde sie ihrer Mutterrolle gar nicht mehr gerecht und warf das Kleinkind in eine Latrine, die von den Menschen aus der Gemeinde für ihre Notdurft genutzt wurde. Die gute Beobachtungsgabe einer Nachbarin rettete Eva das Leben. Sie fischte das Mädchen aus der Grube und brachte es in die Obhut von nph honduras. Seither lebt die heute Fünfjährige im Kinderdorf. „Am Anfang hatte die Kleine furchtbare Verlustängste und weigerte sich zu sprechen“, führt Miriam Lange aus. Doch durch die Geduld und Liebe der Betreuerinnen fasste Eva wieder Vertrauen zu Erwachsenen und verlor ihre Ängste. Heute ist sie ein aufgewecktes und fröhliches Mädchen, das sowohl stolz auf ihre neue Familie als auch auf die Patentante ist.


nph investiert in die Zukunft der Kinder

Geschichten wie die der kleinen Eva gibt es im Kinderdorf viele. Um die traumatischen Erfahrungen verarbeiten zu können, bieten Therapeuten Hilfe an. Durch Verhaltens-, Kunst- oder Musiktherapie können die Körper und Seelen der Kinder langsam genesen. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass sich der Lebensweg dieser Kinder zum Positiven wendet. Denn nph setzt auf Nachhaltigkeit. Die Mädchen und Jungen erhalten eine fundierte Schulbildung und können im Kinderdorf eine Lehre beginnen. nph achtet darauf, dass Ausbildungen in Berufszweigen angeboten werden, die im Land gebraucht werden. So können die Jugendlichen im Kinderdorf in Honduras eine Lehre als Schuhmacher, Mechaniker oder im hauswirtschaftlichen Bereich absolvieren. Besonders begabten Schülern ermöglicht die Organisation ein Studium. „Das Bildungskonzept ist durchdacht und darauf ausgelegt, dass die jungen Erwachsenen in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben außerhalb des Kinderdorfes starten können. So entwickeln sich die nph-Kinder zu wertvollen Mitgliedern ihrer Gesellschaft“, weiß Miriam Lange.


Diese positiven Entwicklungschancen haben nicht alle Kinder in Honduras. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut und muss mit weniger als 1,25 Euro am Tag auskommen. Viele Familien wissen sich nicht anders zu helfen als auf Müllkippen nach Essensresten oder anderem Verwertbaren zu suchen. Während ihres Aufenthaltes in Honduras besuchte die RTL-Moderatorin eine Müllkippe nahe der Hauptstadt Tegucigalpa. „Der Gestank dort war bestialisch und es war schrecklich die vielen Kinder im Müll wühlen zu sehen“, sagt Lange. „Ich würde mir auch für diese Kinder ein menschenwürdiges Leben und Entwicklungsperspektiven wünschen.“


Miriam Lange ist seit 2009 nph-Botschafterin

Auf nph deutschland, wurde die 32-Jährige durch eine Anfrage aufmerksam. 2009 organisierte das deutsche Büro des internationalen Kinderhilfswerks eine Wanderausstellung und suchte für dieses Projekt eine Schirmherrin. Lange informierte sich über die Herkunft der Fotos und erfuhr, dass sie im Rahmen eines Fotoprojektes entstanden waren. Ein Freiwilliger aus Österreich hatte dieses Projekt im Kinderdorf in Honduras für die HIV-infizierten Jugendlichen ins Leben gerufen. Die jungen Frauen und Männer sollten sich über das Thema Kunst mit ihrer Krankheit beschäftigen und durch ihre künstlerische Arbeit an Selbstvertrauen gewinnen. Dabei entstanden atmosphärische Fotos, die das Leben und den Alltag der Menschen in Honduras zeigen. „Von den Fotos war ich begeistert und habe die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen“, sagt Lange. Inzwischen ist ihr die Organisation richtig ans Herz gewachsen. „Ich fühle mich als Teil der nph-Familie und schätze die Menschlichkeit innerhalb der Organisation.“ Die RTL-Moderatorin würde sehr gerne wieder nach Lateinamerika reisen. „Wenn ich es mit meinen beruflichen Pflichten vereinbaren kann, möchte ich gerne im Herbst die Reise einer nph-Mitarbeiterin aus Deutschland begleiten und die beiden Kinderdörfer in Haiti besuchen.“

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