Ausbreitung-Cholera1
Aktuell

Cholera greift auf andere Regionen über

Medikamente werden dringend gebraucht

Die Lage in Haiti bleibt weiter dramatisch. Nach Mitteilung eines Mitarbeiters des Kinderhilfswerks ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? aus Haiti, sind erste Choleraerkrankungen in den Bezirken Limbé, Plaisance und Jeremie aufgetreten. Limbé und Plaisance liegen im Norden von Port-au-Prince, nahe Cap Haitien, Jeremie liegt im Südwesten. ?Heute wird in den haitianischen Medien auch über erste Cholera-Erkrankungen in Cité Soleil berichtet. Damit hätte die Infektionskrankheit die Slums von Port-au-Prince erreicht?, sagte Cassagnol Destiné in einem Telefongespräch. Unklar ist, ob in diesen Gebieten neue Choleraherde aufgetreten sind, oder Menschen aus der seit letzter Woche betroffenen Region Artibonite in die Bezirke gewandert sind. In dem besonders betroffenen Saint Marc werden Medikamente inzwischen knapp.

 

?Wir sind immer in einem Team von zehn bis 17 Helfern unterwegs?, sagt Cassagnol Destiné, Mitarbeiter von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern?. Die Helfer bringen sauberes Wasser, elektrolythaltige Getränke, Infusionslösungen, Desinfektionsmittel, Waschmittel, Handtücher und Lebensmittel zu den Erkrankten in Saint Marc, Grande Saline, Robinet und Dauphin. ?Wir wollen dort ein permanentes medizinisches Team aufbauen, das Patienten in Zelten behandeln kann. Allerdings müssen wir abwarten, wie sich die Situation in Saint Marc entwickelt?, sagt Destiné. Dort war es gestern zu Unruhen gekommen, weil ein Cholera-Hilfszentrum aufgebaut werden sollte. Nachbarn dieser Einrichtungen hatten Angst vor einer Ansteckung.

 

Laut Cassagnol Destiné müsse jetzt schnell geklärt werden, wo die Ursachen der neu aufgetretenen Erkrankungen liegen, denn nur so könne einer weiteren Ausbreitung entgegengewirkt werden. Auch eine zunehmende Knappheit von Medikamenten bestätigt der Haitianer. Die Cholera hat bislang rund 300 Todesopfer gefordert, rund 4500 Menschen haben sich mit dem gefährlichen Bakterium infiziert.

 

Durch die dramatische Entwicklung in Haiti, benötigen die Menschen und insbesondere die Kinder weitere Hilfe. Deshalb bittet ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? um Spenden auf das Konto 12000, BLZ 660 205 00 bei der Sozialbank Karlsruhe. Stichwort: Haiti. Im Spenden-Onlineshop kann unter www.mygoodshop.org/de/erdbeben-haiti gezielt für die medizinische Nothilfe gespendet werden:

 

Seit 1988 engagieren sich die Mitarbeiter von ?Unsere kleinen Brüder und Schwestern? hin Haiti. Im Kinderdorf der Organisation leben rund 420 Kinder und Jugendliche, 250 weitere leben bei Familienangehörigen, werden aber von dem Kinderhilfswerk unterstützt. Das Kinderkrankenhaus ?St. Damien? und das Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum ?Kay St. Germaine? gehören zu den modernsten Einrichtungen in ganz Haiti. Da ein Grundpfeiler für ein eigenständiges Leben eine gute Ausbildung und Lehre ist, hat die Organisation auch eigene Schulen und Ausbildungswerkstätten aufgebaut.

3_bildung_336x280.gif