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Aus Kindern werden Leute

Die ersten jungen Mädchen aus dem Heim in El Salvador beginnen mit dem Studium an der Universität.

"Ich habe nicht im Traum daran gedacht, einmal die High School zu besuchen, geschweige denn die Universität", meinte Digna, eines unserer ersten Mädchen aus dem Heim in El Salvador, das mit einem Studium an der Universität beginnt. Die 18-jährige Digna und ihre langjährige Freundin Damaris, 21, haben in dieser Woche die ersten Vorlesungen an der Universidad Catolica de Occidente in Santa Ana, El Salvador, besucht. Die beiden haben sich für eine 5-jähriges Verwaltungsstudium entschieden.

 

Beide jungen Frauen kamen vor 7 Jahren zu uns, als unser Heim hier in El Salvador aufgebaut wurde. Nun fühlen sie sich quasi als Gründungsmitglieder unserer Heimfamilie. Um sich das Stipendium für die Universität zu verdienen, haben sich die beiden Frauen bereit erklärt, zwei Jahre im Dienst für die Heimfamilie einzusetzen (zusätzlich zu dem Pflichtjahr, das alle Heimkinder zwischen Mittelschule und High School abzuleisten haben). Nach ihrem Schulabschluss haben beide bereits ein ganzes Jahr im Heim mitgearbeitet, und nun werden sie versuchen, diese Arbeit neben dem Studium fortzusetzen. "Das wird nicht einfach werden", meint Damaris, "aber das ist es mir wert. Dadurch kann ich meine Ziele schneller erreichen."

 

Beide jungen Frauen müssen ihre Vorlesungen, Kurse und Hausaufgaben in den hektischen Arbeitsalltag einbauen, der im Heim jeden Tag um 5.00 Uhr früh beginnt. Digna arbeitet im Mädchenhaus als Betreuerin für eine Gruppe mit 22 Mädchen. Damaris arbeitet im Babyhaus als Assistentin und Stellvertreterin der Hausleiterin. Sie ist voll des Lobes für unsere Einrichtung des "Dienstjahres für die Heimfamilie", das sie als "einzigartig und schön" beschreibt. "Wenn man mit den Kindern arbeitet", erklärt sie, "fühlt man sich so richtig als Teil der Familie."

 

Und wie fühlten sie sich, als sie am ersten Tag über den Campus gingen? "Die Universität ist so groß", berichtet Damaris mit einem strahlenden Lächeln. Digna meint dazu: "Ich war aufgeregt, ängstlich und zufrieden zugleich... Es ist die beste Hochschule in Santa Ana, und es war aufregend, dort zu sein."

 

Damaris und Digna haben zunächst einmal eine große Herausforderung vor sich, aber beide äußern den Wunsch, eines Tages das, was sie nun lernen werden, für die Heimfamilie einzusetzten. Digna sieht verschiedene Möglichkeiten für ihre Zukunft und hofft, "ein anderes Leben führen zu können, eigene Dinge zu besitzen, unabhängig zu sein". Damaris plant zwar, ihre berufliche Laufbahn "draußen" zu beginnen, aber sie versichert: "Falls man mich eines Tages braucht und mich ruft, bin ich bereit, ins Heim zurückzukehren und dort mitzuarbeiten."

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