shelter
Aktuell

Auf Herbergssuche

Während die Kinder unverändert guter Stimmung sind, machen sich die Mitarbeiter Sorgen.

Die Fähigkeit der Kinder, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen, ist bewundernswert. Und dabei haben sich die Bedingungen bestimmt nicht verbessert! Sie schlafen immer noch auf blanken Matratzen, manche von ihnen im Freien oder in Zelten, leben zusammen auf engstem Raum und leiden unter der Trennung von Freunden und Geschwistern, die nach der Evakuierung an anderen Orten vorläufig untergebracht wurden. Sie nehmen es mit selbstverständlicher "tranquillo" und vertrauen blindlings auf die Erwachsenen, die sie mit allem versorgen, was sie brauchen.

 

Die Betreuer und Freiwilligen tun alles ihnen mögliche, um verschiedene Beschäftigungen anzubieten; recht viel Zeit wird auch gebraucht, um die etwas primitiven Unterkünfte sauber und in Ordnung zu halten.

 

Nach nun schon immerhin fünf Wochen sind immer noch keine Klagen zu hören. Einige haben etwas Heimweh nach der Insel, aber andere finden die neue Umgebung ganz spannend und machen das beste daraus.

 

Pater Phil besuchte uns, um uns zu unterstützen, und nahm an unserer improvisierten, aber trotzdem schönen Schulabschlussfeier teil.

 

Bei uns finden gerade die "Posadas" statt, die Tage, an denen man der Herbergssuche von Maria und Josef gedenkt. Neun Tage lang treffen wir uns jeden Abend im Büro in San Jorge und singen, führen abwechselnd etwas auf und genießen kleine Leckereien. Es liegt etwas Festliches in der Luft und eine gewisse freudige Erwartung. Die Kinder freuen sich so darüber, ihre Brüder und Schwestern zu treffen. Aber unter uns gesagt, es sind auch die Süßigkeiten, die am Ende des Abends aus den Pinatas herauspurzeln!

 

Gestern war ein ganz besonderer Tag für uns. Wir durften Padre Wassons Geburtstag mit ihm gemeinsam feiern, und heute kam noch Pater Ron zu uns.

 

Um 8 Uhr abends fährt Schwester Alana mit den Kleinen zurück, während die Jungen und Mädchen zwischen 8 und 10 Jahren darauf warten, dass das Auto zurückkommt und sie in ihre Unterkunft bringt. In der Zwischenzeit brechen die Jungen im Alter von 10 bis 12 zu Fuß zu dem ehemaligen Kloster auf, in dem sie untergebracht sind. Mit etwas Glück sind die Mädchen kooperativ und kehren gegen 9 Uhr ohne Murren in ihr Hotel zurück. Die zurückbleibende Unordnung aufzuräumen ist Sache der älteren Jungen, die auf dem Gelände des Bürogebäudes zelten.

 

Während alle Kinder in tiefen Schlaf fallen, machen sich die Mitarbeiter Gedanken, wie man finanziell über die Runden kommen kann. Die Evakuierung kostet mehr, als das Budget hergibt. Ein neues Heim müsste so schnell wie möglich gebaut werden, aber wo und wie?

 

Im Augenblick sind wir zwar in Sicherheit und freuen uns auf ein gemeinsames Weihnachtsfest, aber wir sind immer noch auf der Suche nach einer längerfristigen Bleibe und nach den Möglichkeiten, sie zu finanzieren. Wir sind gewissermaßen auch auf Posada, auf Herbergssuche...

 

Selbst wenn der Vulkan von nun an Ruhe gibt, wird eine Rückkehr auf die Insel nur eine vorläufige Lösung sein, denn die Entscheidung ist gefallen, das gesamte Heim auf das Festland zu verlegen.

 

Die Besuche von Pater Phil, Padre Wasson und Pater Ron gaben uns die Ermutigung, die wir in diesen Zeiten brauchen. Was die sonstigen Möglichkeiten der Unterstützung anbelangt, vertrauen wir auf unseren internationalen Freundeskreis.

3_bildung_336x280.gif