quinceaneras
Aktuell

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden

Wir feiern mit zwei Jugendlichen den Beginn eines neuen Lebensabschnitts

In vielen lateinamerikanischen Ländern ist der fünfzehnte Geburtstag (La Quinceañera) für die Mädchen ein ganz besonderer Tag. Er markiert den Übergang vom Mädchen zur jungen Frau, von der "niña" zur "señorita". Jedes Land hat seine eigenen Bräuche rund um dieses Ereignis. Oft gibt es für die Jungen kein vergleichbares Fest, jedenfalls nicht an ihrem 15. Geburtstag. In Peru jedoch wird der 18. Geburtstag der Jungen als Eintritt in das Erwachsenenleben gefeiert. (Und niemand kann erklären, warum die Jungen drei Jahre länger dafür brauchen als die Mädchen...)

 

Am vergangenen Samstag, dem 4. Oktober, dem Namenstag des Hl. Franziskus, feierten wir den 15. Geburtstag von Rosa, der ältesten von fünf Schwestern, zusammen mit dem 18. Geburtstag von Benito, der als erster unserer Jungen dieses Alter erreicht. Auch vor dem peruanischen Gesetz ist er nun volljährig.

 

Die Feierlichkeiten begannen in Lunahuaná mit einer besonderen Abendmesse in einem Anbau der Dorfkirche. Leider war das wunderschöne Hauptgebäude der Kirche aus dem 17. Jahrhundert nicht benutzbar, da die Reparaturarbeiten am Dach nach den Schäden durch das Erdbeben im vergangenen Jahr noch nicht abgeschlossen sind. Aber auch im Nebengebäude hatten wir einen schönen Gottesdienst mit all unseren Kindern und Betreuern.

 

Gegen 20.00 Uhr kamen wir nach Hause zurück. Neben dem Wohnhaus der Jungen stellten sich alle Mädchen der Größe nach auf: von unseren Kleinsten bis hin zu den Teenagern - alle in ihren besten weißen Kleidern. Parallel dazu stellten sich die Jungen am Haus der Mädchen auf, alle in schwarzen Hosen und weißen Hemden. Die Mädchen begrüßten Benito mit einem herzlichen Applaus, und die Jungen applaudierten für Rosa. Danach gingen alle zum Speisesaal. Wie bei einer Quinceañera-Feier üblich eröffneten Rosa und Benito den Abend offiziell mit einem Walzer, bei dem sie zeigen konnten, dass sich das viele Üben gelohnt hatte.

 

Dem Eröffnungswalzer folgten einige Reden, und nach dem Segen durch Pater Julio ließen wir uns alle das Festessen mit Huhn, Pommes Frites und Limonade schmecken. Die Tische waren noch kaum abgeräumt, da fing bereits die Live-Band an zu spielen - der Auftakt zu einem langen Tanzabend. Die sehr beliebte Cumbia-Musik lockte alle auf die Tanzfläche, ein Spaß für Alt und Jung gleichermaßen. Um 1.00 Uhr nachts wurde die riesige Quinceañera-Torte angeschnitten, und dann wurde noch eine Stunde lang weiter getanzt. Die letzten Tänzer fielen gegen 2.30 Uhr ins Bett, erschöpft, aber zufrieden. Es war ein großartiges Fest!

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