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Bekämpfen von extremer Armut und Hunger

Haiti - In solch einfachen Huetten leben oft grosse Familien.

UN-Millenniumsziel 1

Weltweit leiden rund 840 Millionen Menschen an chronischem Hunger. Das ist einer von acht Menschen. In Entwicklungsländern lebt heute jeder fünfte Mensch von weniger als 1,25 USD pro Tag. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, hat sich in den letzten 14 Jahren halbiert. Trotzdem ist sie noch immer sehr hoch.

Die Millenniumsziel-Vorgabe kann nur durch erweiterte Bemühungen erreicht werden, da in manchen Regionen der Fortschritt in den letzten Jahren nur sehr schwach ausgefallen ist.

Chronische Unterernährung von Kindern

Haiti - Durch die grosse Armut leiden viele Kinder an Unterernaehrung in Haiti.

Hohe Sterberate bei Kindern unter fünf Jahren

Weltweit ist jedes siebte Kind unter fünf Jahren untergewichtig. Im Jahr 2012 waren das 99 Millionen Kinder. Seit 1990 hat sich damit die Zahl um 38% verringert. Trotzdem sterben immer noch 45% der Unter-Fünfjährigen Kinder an Unterernährung.

Zudem haben viele Kinder eine zu kleine Körpergröße für ihr Alter (Stunting). Diese Kinder sind ernsthaft in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung gefährdet. Grund ist die chronische Unter- oder Mangelernährung.

Armut und Hunger in Haiti

Haiti - Medizinische Teams von nph besuchen die AErmsten in ihren Wohnvierteln.

Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Erde

In Haiti leben 80% der Bevölkerung in Armut. Davon sind 24% von extremer Armut betroffen. Sie müssen mit weniger als 1 Euro pro Tag auskommen. Der Welthungerindex (WHI) stuft die Situation in Haiti als "sehr ernst" ein. Haiti liegt damit auf der vorletzten Stufe des Indexes.

nph ist seit über 25 Jahren in Haiti aktiv, um den Menschen dort zu helfen. Neben dem größten Kinderkrankenhaus des Landes betreibt nph zwei Kinderdörfer, viele Schulen, Produktionsstätten und baut Häuser für die Menschen in den Armenvierteln.

nph haiti - Wasserverteilung im Slum

Die UN hat den Zugang zu sauberem Wasser zum Menschenrecht erklärt. In Haiti leisten wir mit unseren kostenlosen Wasserlieferungen einen Beitrag dazu, dass auch die Ärmsten der Armen diesen Zugang erhalten.

Wasser für die Ärmsten der Armen.

Spenden Sie jetzt!

Wissen über Armut in Haiti

Kinder mit schwerwiegender Unterernährung werden in der Regel für sechs Wochen stationär ins nph-Kinderkrankenhaus aufgenommen und - wie staatlich vorgeschrieben - behandelt. Im Rahmen des Unterernährungsprogramms werden Kinder aus vielen Regionen des Landes behandelt. Die kleinen Patienten erhalten zunächst eine spezielle vitaminreiche Flüssignahrung. In einer späteren Phase erhalten sie eine mit lebenswichtigen Mineralien und Vitaminen angereicherte Erdnussbutter. Jeden Monat behandeln die Ärzte und Schwestern im Durchschnitt 55 unterernährte Kinder.
Durch das Erdbeben hatten zahlreiche Familien sowohl ihr Haus, als auch ihre Lebensgrundlage verloren. So fehlte auch ihr Einkommen für das tägliche Überleben. Sie konnten ihren Kindern kein Heim mehr bieten, hatten weder Nahrung noch sauberes Wasser oder Geld für einen Arztbesuch. Deshalb suchten verzweifelte Eltern nach Hilfe bei nph haiti.
Als Reaktion auf den unmittelbaren Bedarf nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010 entstand bereits nach wenigen Tagen das Padre Wasson – Engel des Lichts-Programm. Fast alle Kinder, die zu diesem Zeitpunkt aufgenommen wurden, hatten ihre Eltern und Familien entweder ganz oder zum Teil verloren oder die Angehörigen waren schwer verletzt worden und konnten sich nicht um die Kinder kümmern.
Vor allem die extreme Armut in den folgenden Jahren nach dem Erdbeben zwingt Familien Hilfe bei nph haiti zu suchen. Sie übergeben ihre Kinder für einige Zeit in die Obhut von nph haiti, wo die Kinder Liebe, Geborgenheit, Nahrung, medizinische Hilfe und Bildungschancen erhalten.
Es gibt inzwischen weniger Zeltstädte und damit ein geringeres Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten. Allerdings gibt es hier in Haiti eine große Zahl unterernährter Kinder und Erwachsener. Viele Patienten leiden an Tuberkulose. Ursache dieser Erkrankungen ist die Armut dieser Menschen und die schlechte ökonomische Situation des ganzen Landes.
Das HIV- Programm des Kinderkrankenhauses St. Damien begann bescheiden in 2005, als ein ambulantes Ärzteteam in den Slums von Haiti durch HIV betroffene Kinder identifizierte und behandelte. Dazu kamen noch 20 weitere betroffene Kinder, die im nph Kinderdorf Kenscoff leben.

Das Programm konnte jedoch personell schnell ausgebaut werden und mehr Kinder aufnehmen und behandeln. Ein multidisziplinäres Team umsorgt nicht nur die kleinen Patienten im Krankenhaus, sondern führt auch Familienbesuche durch, um regelmäßige Medikamenteneinnahme und Arztbesuche zu fördern.

2011 wurde das Programm im Bereich Prävention erweitert und beinhaltet nun auch Aktivitäten zur Vermeidung von Mutter-Kind Übertragungen des Virus. Jährlich durchlaufen ca. 10.000 Kinder und Erwachsene das Screening Programm, von denen knapp 2% positiv getestet werden. Die betroffenen Patienten erhalten nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch psychosoziale Unterstützung und die Möglichkeit an Global Fund/ PEPFAR-Programmen teilzunehmen. Diese Programme bieten zum einen Teil finanzielle Hilfe, wie Essen oder Unterkunft, aber auch Starthilfen, wie Mikrokreditprogramme, beruflichen Ausbildungen oder akademische Stipendien.

Besonders werdende Mütter profitieren von der Prävention der Mutter-Kind-Übertragung. Ihnen wird akut geholfen werden. Sie erscheinen nur zur Entbindung im Krankenhaus.
Seit dem Ausbruch der Cholera haben die Menschen hier in Haiti vieles über Hygiene gelernt. Deshalb ist die Anzahl von Choleraerkrankungen zurückgegangen. Trotzdem werden täglich neue Cholerafälle behandelt.
Die öffentlichen Gesundheits-Programme starteten im Jahr 2004. Eine Krankenschwester und sieben Gesundheitsexperten boten rund 12.000 Haitianern, die in der Nachbarschaft des Kinderkrankenhauses lebten, Gesundheitserziehungs- und Impfprogramme an. Die Experten arbeiteten dabei eng mit den jeweiligen Entscheidern der Gebiete, für die sie zuständig waren, zusammen, um die Programme bekannter zu machen.

Bis heute führen die Gesundheitsexperten regelmäßige Impfungen durch, schulen die Bevölkerung in Sachen Hygiene und Krankheitsvermeidung, untersuchen Kinder auf Mangel- oder Unterernährung und bieten Entwurmungskuren an. Die öffentlichen Gesundheits-Programme orientieren sich an staatlichen Kampagnen des Gesundheitsministeriums.
Der Zugang zu medizinischen Einrichtungen ist in Haiti sehr begrenzt, deshalb ist es wichtig, ein Krankenhaus wie St. Damien zu haben, in dem eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung angeboten wird.
Nach dem Erdbeben wurde im Kinderkrankenhaus ein Trauma-Zentrum eingerichtet. Zusätzlich entstand ein Triage-Zentrum für Notoperationen. Für den Aufbau erhielt nph überwältigende weltweite Unterstützung. In den letzten Jahren hat die finanzielle Unterstützung nachgelassen, so dass die Schließung einzelner Bereiche droht.